Zuversicht weicht
dem Übermut

Die Frühindikatoren bestätigen das globale Wirtschaftswachstum. Die Arbeitsmärkte sind gesund oder verbessern sich laufend. Die Inflation ist etwas angestiegen aber hält sich noch unterhalb der Zielgrösse der meisten wichtigen Zentralbanken. Die einheitliche Meinung für die Finanzmärkte sind steigende Zinsen und steigende Aktienpreise. Der Markt erwartet, dass in den USA dieses Jahr die Zinsen zwei Mal erhöht werden. Die EZB will anfangs 2018 ihre extrem lockere Geldpolitik überdenken und die Bank of Japan gab unerwartet bekannt, dass sie in Zukunft weniger langfristige Anleihen aufkaufen wird.

Die Bewertungen der Aktien sind bereits sehr hoch. Dennoch, die positiven Aussichten zwingen die liquiden Mittel in die Aktien. Dies obwohl bei steigenden Zinsen und höheren Kursgewinnverhältnissen die Risikoprämie für Aktien an Attraktivität verliert. Offenbar wird davon ausgegangen, dass die Unternehmensgewinne stärker steigen als die Aktienpreise.

Die ersten Handelstage dieses Jahres haben die Medien dazu veranlasst für die Börsen zu schwärmen. Der US Zinstrend steigt am kurzen und langen Ende, ebenso sind Aktien im Aufwärtstrend. Aber Vorsicht! Die US Aktien waren in den letzten zwanzig Jahren nicht so stark überhitzt wie aktuell. Da dürfen den Amerikanern in den NAFTA Verhandlungen aber auch in den Handelsdebatten mit den Chinesen keine Fehler unterlaufen. Auch würde ein Lieferengpass im Ölmarkt aufgrund der regionalen Machtkämpfe im Mittleren Osten das Finanzmarktgleichgewicht empfindlich stören. Bei einer beschleunigten Inflation müssten die Investoren weitere Zinserhöhungen einpreisen, was potentielle Nebeneffekte auslösen könnte.

Die Rally ist bereits weit fortgeschritten – aber sie dauert noch an!

VON PETER LENGSFELD*

Peter Lengsfeld
Direktor
Vermögensverwalter