Von euphorisch bis zurückhaltend ängstlich

Die Berichterstattung über die Finanzmärkte lässt Anleger derzeit zwischen super euphorisch und zurückhaltend ängstlich schwanken.

Wohin geht die Reise? Wir wissen es nicht.

Vergangene Woche verlor der DAX 3,3 % und hat die wichtige 12.000 Punkte-Marke unterschritten. Ausser den amerikanischen Aktienmärkten sind praktisch alle Indizes seit Jahresanfang im Minus.

So sehr die Bewegung der amerikanischen Aktien fröhlich stimmen mag – wagt man einen genaueren Blick, stellt man fest, dass Technologieaktien für diese Bewegung verantwortlich sind. Gemäss einem Bericht von Bloomberg waren FAANMG Aktien (Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Microsoft und Alphabet (Google)) für 38 % des Kursanstieges beim S&P 500 Index verantwortlich.

Auf der Zinsseite verzeichneten die 10-jährigen US-Treasury-Bonds am 2.1.2o18 eine Rendite von 2,46 %, stiegen im Mai auf 3,11 % und rentieren jetzt wieder knapp unter 3 %. Das führte zu herben Rückgängen in den Anleihekursen.

Der Markt reagiert auf die sehr guten US-Arbeitsmarktzahlen und den steigenden US-Dollar. Die Rendite des 30-jährigen Treasury Bond kämpft seit längerem mit der Rendite-Marke von 3,2 %. Ein Ausbruch dieser Marken scheint wahrscheinlich, was sich dann wieder auf die Preise der Anleihen negativ auswirken wird.

Auf der anderen Seite erhalten wir laufend recht positive Wirtschaftszahlen. Tiefe Arbeitslosigkeit, tiefe Inflation, vernünftiges Wirtschaftswachstum – alles Faktoren, die für einen positiven Trend am Aktienmarkt sprechen. Weshalb diese Divergenzen auf internationaler Ebene? Europa und Asien zeigen in diesem Jahr eine negative Performance, China sogar deutlich zweistellig. Die USA liegen im Plus. 10-jährige Staatsanleihen rentieren in Europa extrem tief. Deutschland +0.39 % p.a., Österreich 0,61 % p.a., Frankreich 0,72 % p.a., Spanien 1,46 % p.a., selbst Griechenland bietet nur eine Rendite von 4,28 % p.a. während die USA aktuell 2,94 % bezahlt. Geldmarktanlagen in Europe liegen praktisch bei 0 % während in den USA die nächste Zinserhöhung im September schon zu 100 Prozent erwartet wird und die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung im Dezember derzeit bei 77 Prozent liegt.

Unser Strategic Income Fund als einkommensorientierte Strategie ist aktuell defensiv investiert, d.h. wir sind komplett im Geldmarkt. Dadurch ist das Zinserhöhungsrisiko eliminiert, bzw. die Zinserträge im Fonds steigen mit den amerikanischen Zinsanhebungen. Aus diesem Grund ist die Performance der USD Shareklassen recht attraktiv. Die EUR-Shareklassen leiden etwas unter der sich ausweitenden Zinsdifferenz, was die Währungsabsicherung teurer macht und die Performance drückt. Allerdings eliminieren wir dadurch auch das Währungsrisiko und sind komplett im amerikanischen Zinsmarkt investiert.

Mit einem Minus von 1,78 % für die Shareklasse USD I seit Jahresbeginn sind wir zufrieden und können entspannt auf die Entscheidungen warten, die da kommen werden. Sobald unsere Indikatoren wieder ein Kaufsignal liefern, werden wir am nächsten Aufwärtstrend teilnehmen, ohne vorher eine mögliche stärkere Korrektur durchhalten zu müssen. Dies sind genau die Phasen, in denen sich diese defensive Strategie bewährt, womit diese Anlagestrategie für den Zinsbereich des Portfolios eine perfekte Ergänzung darstellt und ein hohes Mass an Sicherheit bietet.