Marktmonitor 4/2019

Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich, die Inflation ist tief und der Arbeitsmarkt bleibt robust. Die Notenbanken bleiben unverändert bei ihrer lockeren Geldpolitik bis die Wirtschaftsdaten neue Schritte abverlangen. Die Quartalberichte überraschten mehrheitlich positiv und lagen über den tiefen Erwartungen. Die Aktienbewertungen sind in den USA erhöht und leicht über dem langjährigen Durchschnitt. In Europa und in den Entwicklungsländern sind sie attraktiv. Die Schweizer Börse ist relativ teuer bewertet.

Die Stimmung an den Finanzmärkten ist verunsichert. Investoren sorgen sich über die sinkenden Inflationsraten und teilweise sogar über eine nahende Rezession. Der Bondmarkt begann eine Zinssenkung Ende Jahr einzupreisen. Mit der erwarteten zusätzlichen geldpolitischen Lockerung, den besser als erwarteten Unternehmensgewinnen und weiterhin andauernden Aktienrückkäufen der Unternehmen stiegen die Börsen laufend, was bei manchem Investor eine Furcht nicht dabei zu sein auslöste und Aktien wieder aufgebaut wurden. 

Unser Hauptszenario sieht eine Konsolidierung auf hohem Niveau. Unten unterstützt die hohe Liquidität. Oben bremst die geringe Wachstumsfantasie. Einen irritierenden Störfaktor erkennen wir in den rekordhohen „Short-Volatility“ Positionen. Sollten bei steigender Volatilität diese Shorts eingedeckt werden müssen, würden die Aktienmärkte schnell unter Druck geraten.

Zwei Trump Tweets haben am vergangenen Sonntag den Handelskrieg wieder entfacht und zu Beginn der Woche die Volatilität sprunghaft in Höhe schnellen lassen. Als Konsequenz ist davon auszugehen, dass die „Short-Volatility“ Trader ihre Positionen eindecken werden und die Korrektur vorübergehend beschleunigen. Unsere Erwartung ist, dass die unterinvestierten Marktteilnehmer relativ rasch das brachliegende Geld zu tieferen Preisen an der Börse investieren werden und so eine grössere Korrektur abfangen.

Schaan, 6. Mai 2019