Marktmonitor 5/2019

Die Rahmenbedingungen für Aktien haben sich im Mai etwas verschlechtert. Die Industrie hat viel Tempo verloren, jedoch wächst der Dienstleistungssektor weiterhin gut. Dieser ist in den entwickelten Wirtschaftsregionen für die Wirtschaftsleistung und den Arbeitsmarkt wesentlich wichtiger. Es erstaunt deshalb nicht, dass die Notenbanken zwar eine weiterhin eine lockere Geldpolitik kommunizieren aber wegen der Stärke im Dienstleistungssektor sich nicht zu übertriebenen Aktionen verleiten lassen. Sie sind jedoch bereit, sollte sich die Lage weiter verschlechtern, die nötigen Schritte vorzunehmen.

Erstaunlich ist, dass der Bondmarkt die Lage viel trüber einschätzt als der Aktienmarkt und eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage bereits einpreist. Auch hat die OECD kürzlich ihre Prognosen für die Weltwirtschaft 2019 von 4% auf 3.2% reduziert.

Die Politik ist der grosse Störfaktor, der vielerorts für Verunsicherung sorgt und an den Finanzmärkten abrupte Richtungswechsel auslöst. Ende Mai sorgte der unerwartete neue Streit Trumps mit Mexiko für einen Kursrutsch, der die Aktienmärkte unter wichtige Unterstützungslinien fallen liess und das Risiko einer beschleunigten Abwärtsbewegung erhöhte. Die Hoffnung auf ein geldpolitisches Auffangnetz brachte Erleichterung und ein V-förmiger Richtungswechsel setzte ein. Da es sehr schwierig ist die aktuelle amerikanische Politik einzuschätzen und somit die Wahrscheinlichkeiten von Chancen und Risiken abzuwägen ist eine neutrale Risikogewichtung angebracht.