Coronavirus – möglicher Trigger für Crash?

2019 war ein sehr erfolgreiches Aktienjahr und machte viel von den Rückschlägen des Jahres 2018 wett. Das Wirtschaftswachstum schwächte sich ab und könnte jetzt durch den Ausbruch des Corona Virus zusätzlich belastet werden.

Die lockere Geldpolitik beflügelte die Aktienmärkte in den letzten Monaten. Das billige Geld stärkt den Optimismus der Anleger in einem Umfeld von tiefer Inflation. Positive Unternehmensergebnisse treiben die Kurse weiter nach oben.  Dieser Optimismus mahnt allerdings zur Vorsicht. Noch ist keine Euphorie zu verspüren, denn die Frontseiten der Medien präsentieren keine Superlative und die Taxi-Chauffeure geben noch keine Börsentipps.

Sehr viel Geld wird auf Konten geparkt, obwohl in Europa Negativzinsen verrechnet werden und die Schwelle für die Weiterverrechnung an den Endkunden recht dynamisch sinkt. Die Banken können und wollen diesen Kostenpunkt nicht länger alleine tragen. Dies kann eine Stütze für die Aktienmärkte sein, da attraktive Dividendenrenditen einen Teil des Kursrisikos abfedern. Diese Dividendenrenditen sind an den meisten Börsen interessanter als die Anleiherenditen.

Trotzdem sehen wir durchaus gespannte Nervosität bei den Investoren. Die Bewertungen der Aktien sind hoch und da achtet man auf jedes mögliche Störfeuer. Aktuell drückt der Ausbruch des Coronavirus auf die Stimmung. Vor einer Woche erhielt die Welt die offizielle Warnung vor dem Coronavirus und Bekanntgabe von ca. 200 erkrankten und 4 Toten. Kurz danach waren es bereits 2744 erkrankte und 80 Tote. Einen Tag später waren es 106 Tote, was einer Verlangsamung des Momentums entsprechen würde. Die Börsen erholten sich. Tags darauf wieder ein Anstieg der Todesopfer und schon gibt es eine drastische Korrektur. Als gesunder Mensch muss man sich anscheinend nicht mehr vor dem Coronavirus fürchten als vor einer Grippe. Panik ist somit nicht angesagt, aber Vorsicht ist geboten.

Die Kosten für die chinesische Wirtschaft wegen SARS im 2003 betrugen 0.8% des chinesischen BIPs. Der Grossteil der Kosten fiel vor allem in den ersten drei Monaten nach Ausbruch an.

Es herrscht aktuell eine «buy-the-dips» Strategie, was in Verbindung mit viel Liquidität bei den Investoren  eine grössere Korrektur verhindern sollte.

Die US Börsen sind in den letzten Jahren den anderen grossen Börsen weit vorausgelaufen, so dass mit steigender Wahrscheinlichkeit Europa, Asien und die Entwicklungsländer nun Aufholpotential und ein geringeres Risiko haben.

Stolpersteine, um die Investoren auf Trab zu halten sind aber genügend vorhanden. Die US Wahlen, der bis Dezember 2020 auszuhandelnde Vertrag zwischen der EU und Grossbritannien, der US/CHN Phase 2 Deal, der US/EU Handelsstreit, die Überschuldung, der bereits in Liquiditätsschwierigkeiten geratene US-Repo-Markt und der Nahe Osten.

Wir sehen eine Reduktion des Risikos als Vorsichtsmassnahme und Zukäufe bzw. Rückkäufe noch als verfrüht.

Schaan 29. Jänner 2020