Börsenjahr 2021 –
Value oder Growth?

Nach dem starken Finale an den Weltbörsen im vergangenen Jahr sehen wir Realität und Euphorie sich gegenüberstehen. Die gewaltige Geldversorgung der Notenbanken und die grossen Geldvolumen von Privatinvestoren sind die Verbindung zwischen diesen Polen. Solange die Gelddruckmaschine weiterläuft können die Kurse weiter steigen. Ohne diese Unterstützung wird die Luft dünn.

Wenn der S&P500 weiter so läuft wie im November und Dezember würde dies eine Blase bilden bei der der S&P 500 die zweifache Wirtschaftsleistung der USA erreicht. Hier Prognosen zu stellen fällt schwer, insbesondere unter Betrachtung der aktuellen politischen Situation. Die Eskalation im Vorfeld der Amtsübergabe zeigt wie fragil die Situation ist. Wohin wird der neue Präsident die USA steuern? Man spricht von Steuererhöhungen. Inflation und Zinsen sind wichtige Aspekte, die in diesem Jahr Einfluss haben werden. Wir gehen davon aus, dass 2021 sowohl die Inflation wie auch die Zinsen steigen werden und damit die Aktienmärkte belasten können.

Der S&P500 wurde hauptsächlich von den Technologiewerten getrieben. Wir glauben, dass hier Gewinnmitnahmen empfehlenswert sind. Ohne die grossen Technologiewerte ist die Entwicklung des S&P500 deutlich bescheidener. Korrekturen in den zu stark gelaufenen Sektoren werden zur Normalisierung der Märkte führen. Kein Crash – aber eine Normalisierung.

Der S&P500 ist den europäischen Indizes insbesondere dem Dax in den letzten Jahren deutlich davongelaufen. Wir fragen uns, ob der DAX jetzt das Aufholpotential ausspielen wird, oder ob sich der S&P500 dem DAX annähern wird.

Der DAX ist kein technologielastiger Index. Hier liegt der Focus in anderen Bereichen. Die deutsche Industrie hängt stark am deutschen Autobau. Die Automobilaktien haben sich nach dem massiven Abwärtstrend der vergangenen fünf Jahre im letzten Jahr ganz gut erholt. Die Orientierung zur e-Mobilität wird diesem Sektor neue Dynamik geben. Bei den Neuzulassungen von e-Autos und Hybrid-Autos ist der Marktanteil von Tesla von 17 % auf 9 % gefallen. Deutsche Autobauer setzen stark auf e-Mobilität und weitere alternative Technologien wie Wasserstoff. Das könnte neue Kräfte für die deutsche Wirtschaft entfachen. Experten sind sich einig. Ohne Wasserstoff wird gar nichts laufen. Prognosen für den europäischen Energiemix zeigen an, dass der Wasserstoffanteil von aktuell 2 % auf 12 – 14 % bis 2050 steigen wird. Die Dynamik wird über die nächsten Jahre massiv steigen.

Asien brilliert seit Jahren mit enormem Wachstum und hat sich aus der Corona-Krise rascher erholt als Europa oder USA. China und die Asiatischen Länder werden in den nächsten Dekaden die Triebfedern für das Wirtschaftswachstum sein. Europa muss sich deshalb positionieren und darf diesen Zug nicht verschlafen. Wir müssen uns konsequent an diese Tatsache halten und die Gewichtung dieser Regionen in unseren Portfolios weiter ausbauen.

Licht und Schatten werden uns auch heuer begleiten. Wir sehen keinen grossen Crash, aber durchaus Korrekturpotential besonders in Sektoren die deutlich überbewertet sind. Dies bedeutet Normalisierung. Zurückgebliebene Sektoren bieten uns dafür gute Chancen auf langfristigen Erfolg.